Winterwanderung 2014

Die Winterwanderung des Ortsvereins Gachnang führt jedes Jahr über eine andere Strecke, doch immer zu Töpfen voll heissem Schmelzkäse.

Ursi Brunner

Vom Kleinkind bis zum Pensionär, alle Wanderlustigen zog es am 18. Januar Richtung Dorfplatz, wo die Winterwanderung startete. Ueli Neuenschwander und Beda Bürgi führten die wetterfeste Gruppe zuerst gegen Stegen und dann über weite Feldwege Richtung Bewangen. Bei Sammeltsgrüt, auf dem Hügel, wo das Alfred Huggenberger-Denkmal unter einer mächtigen Linde steht, wartete zur Halbzeit ein heisser Glühmoscht vom Feuer. Von dort zog die Kolonne in zügigem Tempo wieder Richtung Gachnang. Einige versuchten vergeblich, im Nebel den Säntis auszumachen. Genau zum Eindunkeln erreichte man den Platz, wo der Heilige Pfrinz sein kleines Wunder vollbrachte. Seine Geschichte wurde im Taschenlampenlicht nochmals vorgelesen; für viele Kinderohren war die Geschichte neu.

Im gemütlich warmen Schützenhaus traf man auf die treuen Helfer und Einrichter, sowie auf die zuverlässige Familie Scheidegger, die die hungrigen Fondue-Freunde verwöhnte. Auch die kreativen Kuchenbäckerinnen und weitere Helfer trugen zum Gelingen bei. Bei dieser festlichen Gelegenheit konnte der Vereinsvorstand gleich seine neuen roten Hemden mit Einhornwappen einweihen.

Die Legende vom Seligen Pfrinz

Heinrich Pfrinz, ein Viehhirt, ging jeden Tag zum Morgengottesdienst nach Gachnang zur Kirche, in deren Turm die kleine Glocke auf geheimnisvolle Weise zu läuten begann, wenn er sein Haus in Gerlikon verliess. Eines Morgens brach er bei einem Nachbar einen Stab, um sich darauf zu stützen. Erstaunt war er , als am nächsten Morgen das Gachnanger Glöcklein nicht mehr erklingen wollte. Sein Gewissen erinnerte ihn an den unrechtmässig entwendeten Holzstock. Kaum hatte er ihn an seinen ursprünglichen Ort zurückgebracht, läutete die Glocke wieder. 1225 starb der fromme Mann aus Gerlikon und fand in der Gachnanger Kirche seine letzte Ruhestätte.

 

Gedicht von Alfred Huggenberger:

„Ein neues Jahr“

 

Mancher Tag steigt hell empor,

Will mir nichts als Liebes zeigen;

Zieht er heim durchs goldneTor,

Muss mein Mund in Sorgen schweigen.

Mancher Morgen trägt als Kleid

Schwere, dunkle Nebelschwaden –

Sieh! Ein Wind verweht das Leid,

Und ein Abend winkt voll Gnaden.

Also kann das junge Jahr,

Dem wir bang ins Auge schauen,

In ein neues Land uns gar

Lächelnd eine Brücke bauen.

Gross und niegeahnt Geschehn

Kann sein Schoss verschwiegen bergen,

Und derweil wir zagend stehn,

Steigt das Glück schon von den Bergen