1. August – Feier 2013 in Gachnang

Die Heimat: Mehr als ein Zuhause

Patrik Ettlin

Die mit rund 400 Personen gut besuchte Bundesfeier der Politischen Gemeinde Gachnang wurde mottogemäss zum „Fäscht für alli“. Sport, Musik, Feuerwerk und markige Worte sorgten für beste Unterhaltung. Der veranstaltende Ortsverein Gachnang zieht eine positive Bilanz.

Man wähle einen traditionellen Ort im Dorfzentrum als Festplatz, gebe den örtlichen Vereinen eine musikalische und turnerische Plattform, sorge für genügend Essen und Getränke, lasse einen etwas besonderen einheimischen Gachnanger Einwohner die Festrede halten, rühre die Werbetrommel und – ach ja – schliesse einen Pakt mit dem Petrus. Das Rezept scheint aufzugehen, fanden am 1. August 2013 doch bei heissem Sommerwetter rund 400 Personen den Weg zur Bundesfeier.

Unfreiwilliger Brückenbauer

Mit dem 1.-August-Fest auf der Bürgerwiese hinter dem Dorfplatz und den Alterswohnungen kehrten die Organisatoren des Ortsvereins Gachnang an jenen Festort zurück, an dem die Bundesfeier schon vor Jahrzehnten durchgeführt wurde. Das rund 10-köpfige OK unter der Leitung von Roman Morf, Didi Brunschweiler und Beda Bürgi hatte mit einem Zelt, einer Festwirtschaft und schmucker Dekoration dafür gesorgt, dass sich die Festbesucher wohlfühlten. Diese wurden von der wackeren Helferschar des Ortsvereins optimal betreut.

Gemeindeammann Matthias Müller freute die Rückkehr an diesen Standort hinter den Alterswohnungen besonders. Er liess es sich nicht nehmen, die Festgemeinde am Nationalfeiertag persönlich zu begrüssen. In seinen Worten wirkte Matthias Müller als unfreiwilliger Brückenbauer zur eigentlichen Festrede, denn er rückte, wie sein Nachredner, die Heimat ins Zentrum der Botschaft.

Nicht nur auf der Bühne zuhause

Er hatte in der Thurgauer Zeitung eine Festrede angekündigt, bei der es den Zuhörern nicht langweilig werde – interessant und spannend. Regisseur, Lehrer und Theaterdirektor Jean Grädel hielt, was er versprach. In seinen kurzweiligen Worten an die rund 400 Gachnangerinnen und Gachnanger verstand es Grädel ausgezeichnet, den Begriff Heimat in all seinen Facetten zu durchleuchten. «Meine Heimat ist die Bühne», betonte er um gleich anzufügen, dass er sich auch an seinem Wohnort Gachnang richtig zuhause fühle. «Doch die Heimat ist mehr als ein Zuhause. Die Heimat ist dort, wo man verstanden wird.» Verstanden haben Jean Grädel auch die Zuhörer, gab es doch für seine Rede viel Applaus und ein Präsent als Dankeschön.

Heisse Blasmusik- und Bambusklänge

Das Rahmenprogramm gestalteten der Musikverein Islikon-Kefikon und eine Geräteriege-Gruppe des Turnvereins Gachnang-Islikon. Obwohl den Musikanten unter der Leitung von Alexander Kübler die Hitze sichtbar zu schaffen machte, fanden sie von den Abba-Melodien, über das Thurgauer Lied, bis zum Schweizer Psalm die richtigen Töne. Diese wiederum regten die Festgemeinde zum munteren Mitsingen an. Mit viel Lob und einem tosenden Zugabe-Applaus wurde die Geräteriege-Gruppe unter der Leitung von Rolf Bläuer überschüttet. Die weitherum bekannte Bambusnummer trug der Riegenleiter mit einer wahren Ferien-Schrumpftruppe von weniger als 10 Mädchen vor.

Feuriger Höhepunkt

Beim Eindunkeln machte sich eine bunte Kette von Kindern mit Lampions auf dem Weg zum 1.-August-Funken beim Einhorn. Dieser geführte Lampionumzug ist bereits zur Tradition geworden und endet mit dem Höhepunkt, der Entzündung des Funkens. Das 1.-August-Feuer beeindruckte Kinder und Erwachsene und war auch dieses Jahr wieder bis zum Seerücken sichtbar. Das obligate Feuerwerk rundete diese würdige Feier ab – es war für die einen das Heimkehr-Signal, für die anderen der Start zum weiteren geselligen Zusammensein bis weit in die Nachtstunden hinein.

Die Organisatoren konnten ein positives Fazit ziehen. Die beiden OK-Präsidenten Roman Morf und Didi Brunschweiler freuten sich über den reibungslosen und unfallfreien Ablauf des Festes und betonten nicht ohne Stolz, dass die Feier dem Motto „Äs Fäscht für alli!“ vollumfänglich gerecht worden sei!